Nachbericht Young TUalumni Get-together

Nachbericht Young TUalumni Get-together

Zum ersten Young TUalumni Get-together in diesem Jahr konnten wir 2 international sehr erfahrene und erfolgreiche Experten als Vortragende einladen. Das Thema „Cross Cultural Management – der Umgang mit interkulturellen Herausforderungen im Nahen und Mittleren Osten“ bietet zweifelsfrei Gesprächsstoff, denn wir sprechen hier von einem spannenden und zukunftsträchtigen Markt.

Pari Namazie, PhD, Managing Partner of Atieh International GmbH  und Patrick Etz, Partner bei ARACON Consulting GmbH haben in Ihren Vorträgen einen weiten Bogen gespannt. Vom enormen Bevölkerungswachstum, bis hin zu den Vorlieben und Gepflogenheiten der Araber, waren zahlreiche interessante Tipps dabei.

„Vom Kamel direkt in den Maserati“

So, oder so ähnlich fühlt sich die Entwicklung in den arabischen Regionen derzeit an. Europa hat für die Entwicklung zur schnelllebigen, modernen Zeit des 21. Jahrhunderts viele Jahrzehnte benötigt – in Saudi-Arabien steigt die Bevölkerung gerade direkt vom Rücken des Kamels ein, in ein modernes Umfeld, mit Smartphones, Tablets, Notebooks, und vielem mehr. Dies wird noch wesentlich durch den geringen Altersdurchschnitt begünstigt, denn 50% der, rund 380 Mio. Menschen, die derzeit im Nahen Osten leben, sind bemerkenswerterweise unter 25 Jahren alt ist. Das durchschnittliche Bevölkerungswachstum liegt dort bei 3% – im Vergleich dazu hat Österreich einen Durchschnittswert von 0,3%.

Will man ernsthaft in Arabien, Persien, Sudan, etc. Geschäfte machen, benötigt es nicht wie in Europa üblich, 2 – 3 Termine, sondern es braucht eine Vertrauensbasis. Diese entsteht nicht durch 2 einstündige Termine, die man neben 4 anderen Terminen eintaktet. Ideal ist es, Zeit zu haben, womöglich sogar zeitweise dort zu leben. Man muss sich schon Gedanken machen, welchen Familien man sich anschließt – dies kann ein bedeutender Erfolgsfaktor sein – denn die Gesellschaft ist von großer Immobilität geprägt. Ist ein Clan einmal gut situiert, bleibt dies die Familie im Normalfall auch.

Zu wichtigen Geschäftsbesprechungen oder Verhandlungen niemals einen Junior senden. Die Bedeutung einer Geschäftsbeziehung lässt sich sehr leicht an den handelnden Personen ablesen – werden MitarbeiterInnen anstatt dem CEO gesendet schwebt ein großes Fragezeichen über dem Abschluss.

Interessant ist beispielsweise die Tatsache, dass Geschäfte nicht gemacht werden, weil die Chemie oder Sympathie nicht stimmt. Europas Unternehmen haben Vorgaben und Ziele – Araber können mit Personen, die zu sehr auf den Geschäftsabschluss fokussiert sind, nicht umgehen und verzichten dann schon mal auf ein, für  beide Seiten lukratives Geschäft.

„Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit!“ Frei nach diesem Motto können angesetzte Geschäftstreffen gut und gerne 2 oder 3 Stunden später beginnen, 3 Stunden länger dauern oder auch gar nicht stattfinden. Das muss man ganz einfach hinnehmen. Dagegen zu arbeiten ist in keinem Fall zielführend.

Dies und alle weiteren Informationen des Abends, sowie die Lebensläufe der beiden Vortragenden und eine kleine Fotogalerie finden sie hier:

download Lebenslauf Patrick Etz

download Lebenslauf Pari Namazie

download Präsentation